kreation – 88 severed spots – of DAMIEN HIRST spot painting – by MSCHF – inspiration

kreation – 88 severed spots – of DAMIEN HIRST spot painting – by MSCHF – inspiration

Kreation: 88 Severed Spots 3,5 x 3,5 Inch und 1 verbliebener Rahmen aus DAMIEN HIRST Farbholzschnitt “L-Isoleucine T-Butyl Ester” von 2018
Kreateur: MSCHF Künstler-Kollektiv – creative directors u.a. LUKAS BENTEL – KEVIN WIESNER
Standort: New York
Gegründet: 2016
Webseite
Webseite Projekt

Kann es denn wahr sein . . ?
Im Namen des Künstler-Kollektives MSCHF wird ein auf Papier gedruckter Holzschnitt des Künstlers DAMIEN HIRST in Einzelteile zerschnitten und Stückweise verkauft.

Das funktioniert technisch gut, weil das signierte Original 88 unterschiedlich farbige Kreise zeigt, die exakt vermittelt über das Papier verteilt sind. Somit werden daraus 88 einzelne Spots im quadratischen Format mit der Kantenlänge 3,5 Inch, also 8,89 x 8,89 cm. Damit noch nicht genug – da der Cutter mit äußerster Sorgfalt geführt wurde, ergibt sich zudem ein Fragment mit den 88 ausgeschnittenen Quadraten innerhalb einer Umrandung, die auch die handschriftliche Signatur des britischen Künstlers trägt.

Spezifischer Post entfernt – Link zu aktuellen Aktionen



Ach ja – was kostet der Spaß: 

Das Original (Edition 55 Stück): L-Isoleucine T-Butyl Ester – 2018 by DAMIEN HIRST
$30.485

Jeder einzelne Spot:
$480,00

Ausverkauft (und es sind alle Spots verkauft) ergibt das: 
$42.240

Zusätzlich darf bis 5. Mai 2020 noch auf das Rest-Fragment geboten werden – derzeitiges Höchstgebot (mittags 04.05.2020)
$215.800

PS 
# 48 der Spots verkaufte sich bei EBAY für 
$1.250 

# 76 der Spots wurde bei EBAY gesehen für
$4.000 

# 11 der Spots ist bei EBAY derzeit noch zu haben für
$1.999,99

# 15 der Spots ist bei EBAY derzeit noch zu haben für
$2.999,99

Von 88 Servered Spots tauchten (bis heute 04.05.2020)

# 11 # 12 # 13 # 15 # 21 # 29 # 44 # 45 # 48 # 49 # 55 # 58 # 76

also 13 Spots bei EBAY auf. Somit wurden knapp 15 % der Spots gekauft, um sofort wieder verkauft zu werden – teilweise wohl noch vor Erhalt der Ware . . .

Sagte nicht ANDY WARHOL “Being good in business is the most fascinating kind of art. Making money is art and working is art and good business is the best art.” In diesem Sinn ist die Rechnung schon einmal aufgegangen – und natürlich hat auch die Idee ihren speziellen Charme, spielt sie doch mit den Mechanismen des Kunstmarktes und das mit dem Werk eines Künstlers der diese Mechanismen auch gern ausspielt.

OK – was ist da jetzt also verkauft worden – Fragmente eines Ganzen – in Küchenkachelgröße . . . Da war also mal ein Werk (Blatt aus einer Edition von 55 Exemplaren) – 117 cm x 86 cm (46,4 x  33,8 Inch) – von der Ästhetik des Zusammenspiels von farbigen Kreisen lebend, dass jetzt auf einzelne Punkte reduziert ist.
Ja, habe ich gelesen, auch DAMIEN HIRST hat sich an einzelnen Punkten versucht – Holzschnitt 12 x 12 Inch signiert 55er Edition bei $4.400 (ARTSY) und es gab 4er und einer Punkte in 6,125 x 6,125 Inch. Im Doppelpack für $5.000 verkauft auch vorn signiert – Edition von 55 (PHILLIPS). Oder der orange Spot gleicher Größe nach derzeitigem Kurs umgerechnet für $2.800 bei SOTHEBYS versteigert. Dann habe ich noch das Werk BORAX gefunden 1 x 2.5 Inch ein und ein halber Punkt – und es soll auch noch kleiner gehen, auf 1 x 0,5 Inch . . . aber das ist dann auch nur ein halber Spot.

Also: 
Size – does not matter.
Anzahl – auch nicht. (Nach HIRST soll es zudem um 1400 Spot Paintings geben.)
Handmade – auch eher nein.
Nur 5 der Spots auf Canvas soll HIRST selbst gemalt haben. Aber natürlich alle vom dem signiert der die Idee zu Umsetzung hatte.

Dann die vom Künstler intendierte Wirkung des Werks – der Werkgruppe?

– die als Spot Paintings bekannten Werke sind eigentlich unter der Klammer ´Pharmaceutical Paintings´ geschaffen worden (alle nach Medikamenten oder chemischen Wirkstoffen benannt)

– nicht eine Farbe soll sich auf der Vielzahl der Werke wiederholen (muss man wohl sehr genau betrachten) – die größeren Werke sind komplexe Farbkompositionen

– “They’re quite hard things to look at,” HIRST said. “Superficially they’re happy paintings, but then there is this underlying uneasiness. You lose your boundaries because they are hard to focus on. Do you focus on the grid or the individual spots or the painting as a whole? Once you start really looking, you get lost.” (The New York Times December 13, 2011)

Geht es also nicht mehr um das ursprüngliche Werk, ist das Ganze trotzdem eine gelungene Inszenierung – sie hält vielleicht den gierigsten Akteuren im Kunstmarkt den Spiegel vor . . . was wird er Wert sein, DER eine Punkt – herausgeschnitten aus einem Werk in ein paar Monaten – wenn die Geschichte nicht mehr so präsent ist? Muss man mitgespielt haben?

Und welche Spekulation steht dahinter über $200.000 für ein Fragment auszugeben, wenn es doch ein komplettes Werk für um die $30.000 zu erstehen gibt. Dann bräuchte es nur noch einen Graphiker und ein Messer um den gleichen visuellen Eindruck zu erzielen . . . Aber nein, das ist klein gedacht – natürlich wäre dies keine originäre kreative Idee – das wäre nur copy and paste.

Je weiter der Kauf in der Kette vom Original-Verkauf ($ 480) entfernt liegt, desto mehr wird sich zeigen, ob die Spekulation oder die Kunst besteht . . . 

Stefan Schwanitz

PS
Noch einen Tag und eine Stunde kann auf das Fragment geboten werden – derzeit liegt das führende Gebot bei $238.750

Update: Der Zuschlag für das Fragment ist bei $261.400 gefallen.

Mehr Infos zu 
Damien Hirst Spot Paintings

The Complete Spot Paintings 1986–2011 at GAGOSIAN

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